In Barrierefreiheit, Freizeit

Wenn man als Rollstuhlfahrer ein Haus hat (oder plant), muss man nicht nur an die Barrierefreiheit im Haus und auf den Zuwegen denken, sondern noch etwas mehr. 

Auf Grund verschiedener Kriterien ist unsere Wahl auf ein Grundstück mit recht großem Garten gefallen. Wenn man das Haus, Stellflächen, Wege, Büsche, etc. abzieht, bleiben rund 1000qm Grünfläche. Ich kann nicht Rasen mähen. Meine Frau hat bei unserem alten Haus immer gesagt, dass sie gern Rasen mäht, das waren vielleicht so 400qm bis 500qm Rasenfläche. Sie meinte, das Rasenmähen wäre entspannend und so war auch der Plan im neuen Haus. 

Ich selbst fand schon seit längerer Zeit Mähroboter unheimlich spannend. Aber auch nachdem wir eingezogen waren, war ein Rasenroboter keine Option, sie wollte selber mähen.  Das war 2016 und Dajana mähte einige Male den Rasen.

Der Winter kam und irgendwann auf einem Geburtstag berichtete ein guter Freund von seinem Spielzeug, das er sich im Sommer zugelegt hatte. Es war ein Gardena Sileno smart plus. Er war total begeistert und meinte, es sei besser als Fernsehen gucken, da wusste ich noch nicht, was er meinte. Sehr interessant war, dass ich in dem Gespräch erfuhr, dass Gardena und Husqvarna aus einem Hause kommen. Ich hatte mich nämlich bisher nur mit Husqvarna beschäftigt und immer etwas an der Qualität von Gardena gezweifelt. 

Es wurde Frühling, Dajana mähte das erste mal im neuen Jahr den Rasen und interessierte sich auf einmal sehr stark für Mähroboter. Ihre Begeisterung vom entspannenden Rasenmähen schwand. Es war eben doch ein Unterschied 500qm oder 1000qm zu mähen und das Grundstück zusätzlich noch eine minimale Steigung hat. 

Da ich mich in der Zwischenzeit weiter mit dem Thema beschäftigt hatte, gab es für mich auch schon einen Wunschkandidaten. Ab ging es zum Baumarkt und zurück kamen wir mit einem Gardena Sileno smart plus. 

Die Mähroboter Installation

Was für Arbeiten zur Installation erforderlich waren, war uns bewusst und mit Hilfe der Anleitung waren auch die Details klar. Es ging also darum, ca. 200m Kabel mit Erdnägeln im Abstand von 40cm zu befestigen. Laut den Erfahrungen, die ich im Internet gesammelt hatte, sollte das Ganze ca. zwei Tage dauern. Nach 30 Minuten auf den Knien, meinte Dajana, dass sie das jetzt durchzieht, da sie keine Lust auf zwei Tage auf den Knien hat. Und tatsächlich, am Abend war das Kabel verlegt. Ich habe parallel den Router eingerichtet, so dass am nächsten Tag nur noch ein paar Kleinigkeiten folgten. Dann kam der große Moment der Inbetriebnahme und „tadaaa“, unser Robbie fuhr seine ersten Bahnen.  

Meinen Kommentar über die Funktion eines Mähroboters kann ich abkürzen. Nach zwei kompletten Sommern, kann ich sagen, er funktioniert völlig ohne Probleme. Der Router war einmal defekt, was an einem Blitzschaden nach einem Gewitter lag. Es hat mich nur einen Anruf bei der Gardena Service Hotline gekostet und das Gerät wurde getauscht. Das war absolut unkompliziert, das erlebt man sehr oft doch ganz anders. Auch das Ergebnis, dass man sieht gefällt mir sehr gut, die Rasenfläche ist immer gleichmäßig gemäht. 

Was der gute Freund mit „besser als Fernsehen“ meinte, war schon nach wenigen Stunden klar. Die Gardena Roboter arbeiten plump gesagt, nach dem Chaosprinzip. Er fährt also nicht in Bahnen hin und her, sondern eher gesagt Kreuz und quer. Da stecken zwar Regeln dahinter, aber die kennt man nicht. Und genau das ist das spannende, man denkt man weiß was als nächstes passiert, aber dann dreht er doch wieder in die andere Richtung. Und bei schönem Wetter und einem Bier in der Hand, kann man da sehr lange zusehen…

Ok, aber was hat jetzt ein Mähroboter mit Barrierefreiheit zu tun?

Er ist ein Beitrag zur Barrierefreiheit! Ich kann keinen Rasen mähen, das habe ich oben schon erwähnt. Die wenigsten Rollstuhlfahrer können selber ihren Rasen mähen und wenn es um größere Flächen geht, geht die Zahl wohl gegen null. 

Wenn ein Partner das Mähen übernimmt, stößt dieser auch irgendwann an seine Grenzen. Oder vielleicht will man auch irgendwann nicht mehr die Zeit investieren. 

Zum Thema „Zeit investieren“ noch folgendes: Unser Nachbar war ganz interessiert als wir Robbie angeschafft haben, er sagte, dass er sich das Ganze mal so ein Jahr anschaut und dann überlegt, ob sowas Sinn macht. Ich habe ihn einige Wochen nach unserer Installation mal angesprochen, ob er schon in irgendeine Richtung tendiert. Seine Antwort lautetet: „Die Entscheidung ist schon gefallen, ein Mähroboter wird angeschafft!“. 

Warum war er so schnell mit seiner Entscheidung? Ganz logisch, es war auch bei ihm der Zeitfaktor. Er mähte alle paar Wochen mit seinem Aufsitzmäher zwei Stunden seinen Rasen. Wenn das Wetter dann mal nicht passte oder er etwas vor hatte an dem „Mähtag“, kam er in Bedrängnis und musste dann unter der Woche, nach Feierabend, etc. mähen. Die Lust spielt dann auch noch eine Rolle und so nimmt man das Ganze eher als nervig wahr. Man kauft sich mit einem Mähroboter also auch etwas Zeit. 

Wie in verschiedenen Beiträgen hier im Blog immer wieder erwähnt, ist Barrierefreiheit nicht nur für Rollstuhlfahrer wichtig, sondern ist auch im Alter ein großes Thema. Ich sehe in einem Mähroboter ein Hilfsmittel, das einem das Leben im eigenen Haus wieder einfacher macht und kann so ein Gerät daher nur empfehlen. 

Dieses Modell haben wir:

Noch eine Empfehlung: Verschiedene Verbrauchsmaterialien, die man immer mal wieder benötigt kann man online und teilweise unter einem anderen Namen viel günstiger kaufen. Hier ein paar Beispiele:

Wenn ihr einen wirklich schönen Rasen sucht, kann ich diesen empfehlen:

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